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Themengebiet
Körper & Geist


Muskelentspannung gegen Schmerzen?


Progressive Muskelentspannung wird auch bei Schmerzpatienten eingesetzt. Über Chancen und Grenzen der Methode bei chronischen Schmerzen.

Wer chronische Schmerzen hat, wünscht sich Alternativen zu Tabletten.

Wir sprachen mit Professor Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel über Möglichkeiten und Grenzen der Progressiven Muskelrelaxation:


Herr Professor Göbel, inwiefern kann die Progressive Muskelentspannung Schmerzen lindern?

Schmerzpatienten fühlen sich ihren Beschwerden ohne eine angemessene Therapie oft hilflos ausgeliefert. Allein durch muskuläre Anspannung können sich beispielsweise Kopf- oder Rückenschmerzen deutlich verstärken. Mit den Entspannungsübungen gelingt es dann, die Beschwerden spürbar zu verringern. Die Progressive Muskelentspannung bietet außerdem ein Stück Eigenkompetenz und Kontrolle, weil man Körper und Geist durch regelmäßiges Üben selbst in Ruhe versetzen kann. Die Aufmerksamkeit wird dabei durch den ganzen Körper gelenkt, das entlastet oft von lokal empfundenen Schmerzen.

Was unterscheidet die PME von anderen Entspannungsverfahren?

Für Schmerzpatienten eignet sich die Progressive Muskelentspannung vor allem deshalb, weil sie im Gegensatz zu Yoga oder Autogenem Training nicht viel Kopfarbeit erfordert und man währenddessen nicht ständig reflektieren muss. Die Anweisungen sind ganz einfach und auf körperlicher Ebene leicht auszuführen. Das entlastet die Betroffenen gerade bei Migräne oder Spannungskopfweh ungemein, wenn sie den Kopf mal ruhen lassen können.

Ist es möglich, Schmerzmittel durch Entspannungsübungen zu ersetzen?

Es muss klar sein, dass sich bei starken Schmerzzuständen immer ein ganzheitliches Behandlungskonzept empfiehlt, das unter anderem eine angemessene medikamentöse und physikalische Therapie umfasst. Man kann bei der Muskelrelaxation nicht von einer alternativen, sondern immer nur von einer begleitenden Therapie sprechen. Allerdings zeigen Studienergebnisse, wie deutlich sich ein Großteil der Schmerzen allein durch die einfache Entspannungsmethode verringern lässt. Die subjektiv empfundenen Beschwerden bei Spannungskopfschmerzen sinken nachweislich um bis zu 36 Prozent, bei Migräne sogar um bis zu 59 Prozent. Als Folge können beispielsweise auch Schmerzmittel niedriger dosiert werden. Und insgesamt stabilisiert das regelmäßige Üben den Allgemeinzustand der Schmerzpatienten, sie fühlen sich belastbarer und im Alltag besser gewappnet.


Quelle: Tanja Pöpperl | Apotheken Umschau | 01.01.2014