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Körper & Geist


Heilerde: Naturstoff gegen unreine Haut


Eine Maske aus Heilerde wirkt Pickeln und Mitessern entgegen. So wenden Sie sie richtig an.

Erde und Haut? Gartenbesitzern fällt dazu als Erstes ein, wie lange sie nach dem Unkrautjäten die Hände schrubben müssen, um die Erde wieder loszuwerden. Dabei kann Erde die Haut auch reinigen – vorausgesetzt, es ist Wasch- oder Heilerde. Diese besteht aus ­winzigen mineralischen Partikeln, ge­wonnen aus besonderen Erdschichten: Löss, Lehm oder Ton. Richtig aufbereitet, ist ihre Beschaffenheit Mehl weit ähnlicher als Gartenerde.

Viele Kulturen nutzen diesen feinen Stoff traditionell für eine Vielzahl äußerlicher Anwendungen. In Marokko zum Beispiel wird im Atlas­gebirge seit jeher „Ghassoul“ aus tiefen Stollen geborgen, gewaschen, in der Sonne getrocknet und für hautreinigende Lehmpackungen genutzt. Dieser Schlamm gilt derzeit vielerorts als besonders schick: Day-Spas auf der ganzen Welt bieten die Behandlung als „Rasulbad“ an.


Wie wirkt Heilerde?

Heilerde besticht durch ihr einfaches Wirkprinzip. Wie alle extrem kleinen Partikel hat sie im Verhältnis zu ihrer Masse eine relativ große Oberfläche, weshalb sie viele Stoffe an sich bindet. „Trägt man einen Brei aus Heilerde und Wasser auf die Haut auf, werden beim Antrocknen sehr starke Saugkräfte frei, ähnlich wie bei Löschpapier“, erklärt Dr. Bernhard Uehleke von der Abteilung Naturheilkunde der Charité Ber­lin. Dadurch wird die Haut stärker durchblutet sowie von Verunreinigungen, Bakterien und Schuppen befreit.


Wofür wird Heilerde angewendet?

Am häufigsten wird Heilerde daher bei unreiner Haut eingesetzt: bei Akne, Mitessern und Pickeln. Um seine Wirkung entfalten zu können, muss der Brei auf die richtige Weise auf­gebracht werden. Am stärksten wirkt Heilerde als Maske, die nach dem Trocknen abgerubbelt wird – das erzeugt einen zusätzlichen, kräftigen Peeling-Effekt. Der sanftere Weg ist, die Maske mit Wasser abzuspülen.

Rührt man Heilerde mit Ölen an oder nutzt gebrauchsfertige Masken aus Heilerde und pflegenden Ölen, trocknet das Material nicht völlig durch. Nach einer Einwirkzeit von bis zu 20 Minuten kann man es mit einem weichen Tuch abnehmen, was für empfindliche Haut schonen­der ist. „Selbst sehr empfindliche, neurodermitische Haut kann in dieser Form von Heilerde profitieren“, sagt Bernhard Uehleke. Sie wird von juckenden Schuppen befreit. „Das kennt man aus der Technik: Ein Getriebe kann nicht nur mit Öl geschmiert werden, sondern auch mit Grafitstaub“, erklärt er. Dafür kann es sogar ausreichen, die trockene Haut mit dem Heilerde-Pulver leicht einzureiben.


Welche Vorteile bietet Heilerde?

Auch der Altdorfer Apotheker Dr. Ralf Schabik schätzt den Naturstoff als Mittel gegen Hautunreinheiten. „Heilerde kann verblüffende Erfolge verzeichnen, sowohl in reiner Form für Umschläge als auch durch Fertigpräparate.“

Ganz besonders schätzt er das Verhältnis von Nutzen und Risiko. „Es gibt Fälle, in denen Heilerde keine Linderung bringt“, räumt Schabik ein. „Allerdings schadet sie der Haut in keinem Fall. Sie trocknet sie nicht aus und verursacht keine ungewoll­ten Reaktionen.“

Achten Sie darauf, ein hochwertiges Produkt zu verwenden. Ralf Schabik rät: „Man sollte sicher sein, dass der Stoff optimal aufbereitet und kontrolliert wird.“


Quelle: Angelika Brodde | Apotheken Umschau | 20.09.2014