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Gesund Leben


Verbraucht man im Sommer mehr Kalorien?


Schwitzen im Sommer oder frieren im Winter - was kostet mehr Energie? Außerdem: Wie sich das unterschiedliche Ess- und Bewegungsverhalten zu den Jahreszeiten auf die Figur auswirkt.

Wann verbrennen wir bei gleicher Tätigkeit mehr Kalorien: Im Sommer oder im Winter? Im Sommer, werden viele aus dem Bauch heraus wahrscheinlich sagen. Wenn es heiß ist, schwitzen wir mehr, jede Bewegung kommt uns anstrengender vor. Im Winter setzen viele Menschen hingegen etwas Winterspeck an. Aber liegt das tätsächlich am saisonal unterschiedlichen Energieverbrauch?


Kühlen und Erwärmen: Beides verbraucht zusätzliche Energie

"Jeder Mensch hat seinen persönlichen Grundumsatz", erklärt Sven-David Müller, staatlich anerkannter Diätassistent aus Nidderau in Hessen. Der Grundumsatz ist die Energie, die der Körper in Ruhe und bei normaler Körper- und Außentemperatur verbraucht. Wenn wir uns bewegen, verbrauchen wir zusätzliche Kalorien. Und wenn es draußen besonders heiß oder klirrend kalt ist, dann verbrennen wir ebenfalls Extra-Energie, um unseren Organismus auf Normaltemperatur zu kühlen oder zu erwärmen.

"Den Körper hochzuheizen kostet allerdings mehr Energie als ihn abzukühlen", sagt Müller. Demnach müsste es uns ja ein wenig leichter fallen, im Winter abzunehmen. Punkt für den Winter? Nein, so einfach ist das leider nicht.

Wenn es draußen heiß ist, haben viele Menschen weniger Lust auf hochkalorische, schwere Mahlzeiten, als im Winter. Bei kalten Temperaturen neigen wir eher dazu, uns den Bauch richtig vollzuschlagen – das macht sich auf Dauer natürlich in Form von Röllchen auf den Hüften bemerkbar. Punkt für den Sommer.

Außerdem bewegen sich viele von uns im Sommer einfach mehr. Jeder zusätzliche Schritt verbraucht Kalorien, dafür müssen wir noch nicht einmal Sport treiben. Spazieren gehen, Gartenarbeit, mit dem Fahrrad zum Bäcker fahren - all das macht im Sommer mehr Spaß und verbrennt zusätzliche Energie.


Braucht der Körper Winterspeck?

Viele Menschen nehmen ein bisschen zu, wenn die Tage kürzer und kälter werden. Braucht unser Körper vielleicht sogar Winterspeck, um nicht zu frieren? Nein, leider ist die Biologie keine Ausrede für die zusätzlichen Pfunde: "Kein Mensch zwingt uns, ein zweites Stück Kuchen zu essen oder sperrt im Winter die Turnschuhe weg", sagt Müller. Nur weil wir, wenn es kalt ist, mehr Lust auf deftige Speisen haben und Filmabende mit Chips und Schokolade ach so gemütlich finden, heißt das noch lange nicht, dass unser Körper das wirklich braucht.

Übergewicht entsteht, wenn man dauerhaft mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht. So einfach ist das. Umgekehrt nehmen wir ab, wenn wir weniger Kalorien verzehren, als unser Körper verbrennt. Kilos rauf oder runter - das ist nicht abhängig von der Jahreszeit. Aber im Sommer ist Abnehmen schon allein durch den bewegteren Lebenswandel vielleicht etwas leichter.


Quelle: Apotheken Umschau, Sophie Schöninger, 29.07.2013